Definition

Planspielmethoden (oder international: "Gaming Simulation") haben ihren Ursprung im "Kriegsspiel". Das preußische Militär setzte es erstmals systematisch und in größerem Ausmaß ein, um militärische Strategien und Taktiken zu planen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs haben sich Planspielmethoden weitere Einsatzfelder erschlossen, zunächst in Unternehmen und für "Urban Planning" und danach in diversen Bildungskontexten an Hochschulen und Schulen.

In der Praxis bezeichnet der Sammelbegriff "Planspiele" eine große Anzahl von unterschiedlichen Verfahren. Dazu zählen unter anderem: Computersimulationen, verhaltensorientierte Rollenspiele mit und ohne computerunterstützte Simulation, haptische Brettplanspiele, Übungsfirmen, aber auch neuere Ansätze von digitalen und nicht-digitalen Lernspielen und game-based-learning und webbasierten Fernplanspielen. Auch jene Themenfelder sind von Bedeutung, die derzeit mit den aktuell in Mode befindlichen Begriffen "Serious Games" oder "Gamification" diskutiert werden.

So unterschiedlich die verschiedenen Planspielarten sind, so weisen sie doch alle drei grundlegende Elemente auf (vgl. Ceccini 1988).

Simulation – Ressourcen

Mit Hilfe der Simulation können Systemabläufe nachgebildet und untersucht werden, die man in der Wirklichkeit nicht real durchführen kann oder will, wie das Durchspielen von militärischen Manövern,  Katastrophensituationen oder das Pilotentraining im Flugsimulator. Sie bieten dadurch die Möglichkeit, insbesondere begrenzte Ressourcen optimal zu nutzen und die Langzeitfolgen von Entscheidungen transparent erfahrbar zu machen. Planspiele unterstützen ein ganzheitliches vernetztes Denken und Systemverstehen.

Akteure – Rolle

Neben der Simulation ist das Rollenspiel integrativer Bestandteil von Planspielen. In jedem realen System (z.B. eine Organisation) stehen die Handlungen von verschiedenen Personen oder Akteuren mit unterschiedlichen Interessen, Informationen und Perspektiven stets in einer Wechselbeziehung. Genau diese Interaktion wird in Planspielen simuliert. Die realen Mitspieler übernehmen im Planspiel die Rollen von realen Akteuren. Sie haben gewisse Freiräume bei der tatsächlichen Ausgestaltung der Rolle und der individuellen Interpretation der Situation. Diese Freiräume sind notwendig, damit es überhaupt Verhaltens- und Entscheidungsalternativen gibt, deren Auswirkungen man dann beobachten kann. Bei manchen Planspielen können auch reale menschliche Akteure mit rein simulierten Akteuren interagieren.

Spiel – Regeln

Johan Huizinga charakterisierte bereits in den 1930er Jahren den Menschen als "homo ludens" und betrachtete das Spiel als fundamentale menschliche Errungenschaft. Anders als das "reine" Spiel wie etwa Fußball oder Poker dient jedoch die ein Simulationsspiel der Abbildung einer Wirklichkeit. Insofern sind die beim Thema Planspiele häufig anzutreffenden Vorurteile, es handele sich dabei nur um eine "Spielerei" oder "Gaming" habe etwas mit "Gambling" (Glücksspiel) zu tun, unbegründet. Planspiele nutzen Formen des Spiels, (z.B. Rollenspiel, Regelspiel usw.) um Systeme und "Spielregeln" der Wirklichkeit zu simulieren.