Entwicklungsprozess

Die Entwicklung eines Planspiels ist ein kreativer und forschender Prozess. Daher ist es für Anwender wichtig, die Entwickler von Planspielen nach ihrem Verständnis auszusuchen: Welchem Bild von sozialer Wirklichkeit folgen sie? Beim eigentlichen Entwicklungsprozess orientiert man sich an Konzepten angloamerikanischer Herkunft: Richard Duke beschrieb als einer der ersten den Entwicklungsprozess von sozialwissenschaftlich basierten Planspielen. An den Veröffentlichungen von Duke lässt sich die Professionalisierung des Feldes der Planspielentwicklung ablesen. Greenblat (1988), Jones (1997), Maidment/Bronstein (1973) und auch Ellington/Addinal/Percival (1982) vertreten verwandte Auffassungen zur Planspielentwicklung.

Trotz Unterschieden im Detail empfehlen sie eine ähnliche Entwicklungsfolge:

  1. Zuerst wird das Ziel des Planspiels zusammen mit den Kunden spezifiziert, einschließlich der Einsatzbedingungen.
  2. Mit diesem Fokus versuchen die Entwickler, relevante Daten aus der abzubildenden Umwelt zu gewinnen. Dies erfolgt in Interviews mit Expertinnen und Experten, anhand von Dokumenten, durch teilnehmende Beobachtung oder andere Verfahren.
  3. Die Daten werden im Anschluss verdichtet, analysiert und interpretiert.
  4. Die so entwickelten Konzepte werden in einem Zwischenschritt fokussiert aufgearbeitet. Eine grafische Darstellung (Schematic) ist solch ein Zwischenschritt, um die Realität mit ihren Komponenten, Rollen und Beziehungen allgemeinverständlich abzubilden.
  5. Erst danach werden die Modelle oder Ausschnitte in Spielelemente und Regeln übersetzt.
  6. Die Entwicklungsarbeit endet mit einem spielbaren Prototyp, der bis zu seiner endgültigen Fassung mehrmals getestet wird.