Rückblick: Netzwerktreffen in Tutzing, 29.-31.01.2016

"Planspiele in der ökonomisch-politischen Bildung"

Das Treffen fand in Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für politische Bildung in der Akademie für politische Bildung in Tutzing statt. Aus dem Tagungsprogramm (PDF):

Aufstellung"Politisch-ökonomische Bildung thematisiert Wirtschaftssysteme, Wirtschaftsstrukturen, ökonomische Abläufe und politisch-ökonomische Konflikte. Planspiele eignen sich besonders, jungen Menschen selbst simulierte Erfahrungen in einer vernetzten Welt zu ermöglichen. Durch die Abwechslung von Phasen der Wissensweitergabe und Spielphasen zur Wissensumsetzung kann erlerntes Wissen sofort ausprobiert und vertieft werden. Im Mittelpunkt der Tagung stand die Frage, inwieweit durch Simulationen die politisch-ökonomische Bildung gefördert werden kann."

War der Freitag von Plenumsveranstaltungen geprägt, stand am Samstag das Anspielen und Ausprobieren verschiedener Planspiele und Formate im Zentrum. Der Sonntag widmete sich praktischen Fragestellungen zum Einsatz von Planspielen sowie Forschungsfragen in Austauschforen.

Hier finden Sie unsere Dokumentation der Veranstaltung (PDF). Wir sammeln darüber hinaus auch die Präsentationen der Referenten und machen diese allen Teilnehmenden der Tagung in einer geschlossenen "Cloud" bei der Akademie für politische Bildung zugänglich. Den Zugang erhalten Teilnehmende per E-Mail.


Eine persönliche Nachlese

See„Intensiv“ und „abwechslungsreich“ sind die Attribute, die mir sofort einfallen, wenn ich an das jüngste Netzwerktreffen in Tutzing denke. Es begann schon beim Wetter: Erst Regen und Nebel, dann schönster Sonnenschein und zum Abschluss eine schneebedeckte Winterlandschaft - jeden Tag inszenierte sich der Starnberger See, an dessen Ufer wir tagten (und in dem manch Unerschrockene sogar badeten!), neu. Auch das Tagungsprogramm bot viel Abwechslung: Es gab über 20 Programmpunkte, vom Vortrag über Diskussionsrunden bis hin zu interaktiven Planspiel-Workshops, viele davon in bis zu drei parallelen Tracks - man hatte die Qual der Wahl und stets das Gefühl, womöglich etwas Interessantes verpasst zu haben. Und obwohl bereits tagsüber ein eng gestricktes Programm geboten wurde, fanden sich auch an den beiden Abenden die meisten Teilnehmenden noch zu einem von mehreren, teils sponanen, Open-Space-Angeboten ein, bevor schließlich die gemütlichen Clubräume der Tagungsstätte zu Gesprächen bei regionalen Bieren und guten Weinen einluden.

KonzentrationDas Publikum war bunt gemischt, zwischen „alten (Planspiel)-Hasen“ und „Newbies“ entspann sich ein reger Gedanken- und Ideenaustausch. Und so manches Thema bot Anlass zu teilweise hitziger Diskussion, sei es um ökonomische Konzepte im Allgemeinen, die Qualität einzelner Planspiele oder grundlegende Schwierigkeiten bei der Evaluation von Lernmethoden. Nur manchmal hatte ich den Eindruck, als ginge es dabei eher um ideologische Positionen als um die Planspielmethode an sich. Doch haben mir auch und gerade die kontroversen Gespräche gezeigt, wie wichtig es ist, sich der Chancen und Risiken einer Lernmethode stets aufs Neue zu vergewissern. Mein (sehr persönliches) Fazit: Ein Lernangebot ist eben noch nicht allein dadurch gut, sinnvoll oder für den jeweiligen Einsatzzweck geeignet, weil es „Planspiel“ heißt. Aber umgekehrt ist ein Ökonomie-Planspiel auch nicht allein deswegen schon „fragwürdig“, weil es (nur) betriebswirtschaftliche Zusammenhänge erlebbar macht.

Die 4E des DebriefingIch hatte jedenfalls ein sehr bereicherndes Wochenende mit interessanten Workshops und guten Gesprächen, die sich auf der Heimfahrt noch fortsetzten. Bedanken möchte ich mich nicht nur bei allen Beitragenden, sei es aktiv als Referenten / Moderatoren oder kaum minder aktiv als „gewöhnliche“ Teilnehmer, sondern auch und ganz besonders beim Team der Akademie für politische Bildung, die uns organisatorisch, kulinarisch und bildend bestens versorgten, sowie der Tagungsleitung, bestehend aus Dr. Michael Schröder von der Akademie und meinen Vorstandskollegen Stefan Rappenglück und Sebastian Schwägele, welcher zum Teil sehr kurzfristig viele organisatorische Aufgaben im Vorfeld übernommen und sich mit bewundernswertem Engagement um einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung gekümmert hat. Danke! Last but not least ein “Insider“: Wir haben leider immer noch nicht herausgefunden, in welchem Film oder Sketch ein männlicher Schauspieler an einer Flamingoblume knabbert. Weiß es jemand? Mailt uns!

(Christof Döhren, Mitglied des SAGSAGA-Vorstands)

(c) Fotos: Herbert Schmidt, Grafik: ZMS / Sebastian Schwägele / Daniel Bartschat